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2009 | le lac - Juni 2009
Ausstellung Galerie Arte Laué
Pierre Keller / Ein durchgehend hohes künstlerisches Niveau charakterisiert die von international bekannten Künstlern bestrittene Ausstellung in der Galerie Arte Laué in Avenches. Die gezeigten Arbeiten gruppieren sich zu einem harmonischen Ganzen mit dem Leitbild Frau als Aussage, Experiment und Denkprozess. Die Frau als Wesen, Mensch und Objekt aus der Optik dreier Künstlerinnen.
Sehr diversifiziert in Techniken und Sujets präsentiert sich Manuela Rauber (D) mit ihren Gravuren. Eine weit aufgefächerte Werkschau beweist die kreative Vielseitigkeit dieser Künstlerin. Die als Kunstschaffende und Galeristin zeitgleich agierende Ruth E. Laué (CH) lässt ihrer Experimentierfreude freie Bahn. Dabei geht es ihr um Techniken mit denen sie verblüffende Wirkungen erzielt. Bei Manuela Rauber wie bei Ruth E. Laué steht die ausgewogene Bildkonstruktion und Geometrie im Zentrum ihres Schaffens.
Stilistisch beherscht, präsentieren sich die ausnehmend schönen, ästhetisch geläuterten und dennoch verspielten Skulpturen und Frauenfiguren von Walli Keppner (CH), die uns in die Sagen-Welt des alten Troja und der Odyssee entführen. Es sind sehr weiblich empfundene Arbeiten, die sich deutlich vom gewohnt dargestellten Helden-Epos absetzen. Walli Keppners Keramikarbeiten überzeugen durch ihre Schlichtheit, Schönheit und Natürlichkeit.
Optisch geprägt wird die Ausstellung mit Monochrom-Bildern als grossflächige Farbinstallation vom schwedischen Künstler Claude Büchler.
Eine Expo, die die sichere Hand der Galeristin Ruth E. Laué verrät, und ihre Philosophie, dem Besucher hochwertige und echte Kunst zu präsentieren, würdig vertritt. Die sehr schöne und sehenswerte Ausstellung dauert noch bis zum 14. Juni 2009.
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2007 | Textblatt zum Mappenwerk Archetyp Mann
Erschaffen und Beleben
Hans Adam war ein Erdenkloß,
Den Gott zum Menschen machte;
Doch bracht' er aus der Mutter Schoß
Noch vieles Ungeschlachte.
Die Elohim zur Nas' hinein
Den besten Geist ihm bliesen;
Nun schien er schon was mehr zu sein,
Denn er fing an zu niesen.
Doch mit Gebein und Glied und Kopf
Blieb er ein halber Klumpen,
Bis endlich Noah für den Tropf
Das Wahre fand - den Humpen.
Der Klumpe fühlt sogleich den Schwung,
Sobald er sich benetzet,
So wie der Teig durch Säuerung
Sich in Bewegung setzet.
So, Hafis, mag dein holder Sang,
Dein heiliges Exempel
Uns führen bei der Gläser Klang,
Zu unsres Schöpfers Tempel.
Johann Wolfgang Goethe
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2007 | Gedicht zur Linolschnittreihe 7 Zeichen
der Natur
Eins und Alles
Im Grenzenlosen sich zu finden,
Wird gern der Einzelne verschwinden,
Da lößt sich aller Überdruß;
Statt heißem Wünschen, wildem Wollen,
Statt lästigem Fordern, strengem Sollen
Sich aufzugeben in Genuß.
Weltseele, komm, uns zu durchdringen!
Dann mit dem Weltgeist selbst zu ringen,
Wird unsrer Kräfte Hochberuf.
Teilnehmend führen gute Geister,
Gelinde leitend höchste Meister
Zu dem, der alles schafft und schuf.
Und umzuschauen das Geschaffne,
Damit sichs nicht zum Starren waffne,
Wirkt ewiges, lebendiges Tun.
Und was nicht war, nun will es werden,
Zu reinen Sonnen, farbigen Erden;
In keinem Falle darf es ruhn.
Es soll sich regen, schaffend handeln,
Erst sich gestalten, dann verwandeln;
Nur scheinbar stehts Momente still.
Das Ewige regt sich fort in allen:
Denn alles muß in Nichts zerfallen,
Wenn es im Sein beharren will.
Johann Wolfgang Goethe
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2006 | Kunstmagazin ARTGATE international - Juni 06
MANURA - Malerei zwischen Sprache und Emotionen
Es ist die Behauptung aufgestellt worden, daß man die Kunst unserer Zeit (und somit auch die
Malerei) nicht länger als etwas betrachten darf, worin man Ähnlichkeiten oder Ermutigungen
sucht, sondern dass sie als Sprache verstanden werden muss, die genutzt wird, eine Art
Selbstbestätigung zu "feiern". Sie richtet ihren Blick vor allem nach Innen und sucht eine
Skizze ihrer selbst, durch die Bedeutungen und Verzierungen implodieren. Es ist eine auf
sich selbst bezogene Suche, eine Widerspiegelung, in der sich der Sinn des kreativen
Schaffens wiederfindet, welcher von hindernden Wurzeln und im Laufe der Zeit überholten
Kritiken befreit wurde. Sich mit der ästhetischen Sprache zu beschäftigen, heißt nicht,
sich von der wesentlichen Bedeutung der Kunst abzuwenden oder von den Beweggründen, welche
auf die kraetive Notwendigkeit, die quälendsten Fragen des Menschen hinweisen: Warum? Wann?
Wo? Wie? Es bedeutet im Gegenteil, der Natur, welche der Kunst innewohnt, ausdrückliche
Sicherheiten zu geben; dies sind innere Nahrung und emotionaler Reichtum. Und es sind
farbliche Kraft, grafische Energie, miteinander kommunizierende Zeichen und Sinn.
Indem wir die letzte Ausstellung, welche in den Räumen des Kunst-Forum-International
stattgefunden hat, zum Anlass nehmen, möchten wir hervorheben, wie die Künstlerin Manura
(Manuela Rauber) uns zu einer kritischen Betrachtung auffordert, welche genau diesen Aspekt
der Sprache in der Kunst zur Kenntnis nimmt. Die Werke von Manura, einer Deutschen
Künstlerin mit großer kreativer Ausdruckskraft, sind aus verschiedenen Materialien
hergestellt; dabei bedient sie sich unterschiedlicher Techniken: Öl, Acryl, Aquarell,
Tempera, Grafik, auf Papier oder Leinwand. Dies spricht für diese Künstlerin, zeugt es doch
von einem tiefsitzenden Wissensdurst und einem gewissen Gefallen an der "Suche". Es
bedeutet, dass die Künstlerin nie mit den von ihr erreichten Ergebnissen zufrieden ist und
immer neue Grenzen entdecken möchte, neue Wege für anderes Licht, Ereignisse und Unwetter.
In diesem Fall müssen wir jedoch der bemerkenswerten Vorliebe der Künstlerin für Farben,
ihrer alchemistisch anmutenden Fähigkeit der Dichte und farblichen Mischungen besondere
Aufmerksamkeit schenken. Es scheint, als würde sie ihre gesamte kreative und expressive
Fähigkeit der Dynamik, der kommunikativen Kraft der Einheit "Zeichen-Farbe" oder der Farbe
als Symbol für die gesamte Darstellung anvertrauen. Die Farbe ist nie Veränderungen ihrer
besonderen Identität unterzogen und nimmt für unsere Künstlerin immer eine sehr genaue
strukturelle Funktion ein, als Grundlage, Stütze, Ergänzung bei der Entwicklung einer
malerischen Darstellung des räumlichen Universums; gleichzeitig bildet sie das
Hintergrundszenario, welches fast immer der wesentliche, tragende Aspekt in den
Darstellungen ist.
Mit der ausdrücklichen Absicht, sämtliche Gefühle zu notieren, welche in der farblichen
Geste enthalten sind, die direkt von sich selbst oder durch rhythmische Schwingungen eines
"immer besser organisierten Geflechts" von Spuren, Zeichen, Silhouetten spricht, vertraut
sie ihr malerisches Schaffen dem unstillbaren Heraussprudeln der Farbe an. Ihre Farbpalette
drückt den Pathos und das Gefühl eines sich selbst erzählenden Märchens aus und es gelingt
ihr, dieses durch den ständigen und fast herzzerreißenden Gebrauch von Rot-, Grün-, Blau-
und Hellblautönen zu vermitteln. Durch diese permanente Suche nach ihrem malerischen Ich
findet Manura wesentliche, fast "sprachliche" Wege: das für sie typische Spiel des
Auftauchens charakteristischer Elemente, welches vom Zeichen zum Sinn und wieder zurück
schwingt, ist wie ein Echo, welches immer weiter erklingt und niemals ganz erlöscht. Niemals
jedoch wird die Farbe sich selbst untergeordnet, im Gegenteil, sie ist überschwänglich, um
so den Gebrauch eines hellen, grellen Lichts immer deutlicher werden zu lassen. Der Dialog
und das Durchdringen von "Farbe-Geste" der mikro-makro Darstellung bleiben immer deutlich.
Auf stilistischer und Kompositionsebene erobert die Farbe den höchsten Moment, auf welchem
ihre Inspiration gründet, unabhängig davon, was das Zeichen darstellt oder hervorruft, da
die Farbe die gesamte Struktur des Werkes unterstreicht und stützt, indem sie alle
"Wortfetzen" in einer einzigen, ausdrucksvollen Stimme vereint und miteinander in Einklang
bringt sowie die Aufmerksamkeit auf das Stück, das Ereignis, die besonderen inhaltlichen
Wertigkeiten des Bildes lenkt. Und so kennzeichnet sie die verschiedenen Harmonien, den
Atem und die Akkorde des künstlerischen Werks.
Ihre Urformen, die Silhouette, die menschlischen Transparenzen, die Gitter und
Makro-Geometrien, das Verweisen auf pflanzliche Formen und informelle Schnitte, sie nehmen
die Form seltsamer und beunruhigender Symbole an, welche an Totems erinnern und einen ganz
besonderen Zauber ausstrahlen.
Die Künstlerin spielt mit diesen Urformen und markiert die "der Leidenschaft und Vernunft
der Farbe gewidmeten" Orte, welche in der Lage sind, ihre beispielhaften kreativen Wege zu
bilden, die Spannungen mit dem Ziel, alle "Zeichen" einer Sprache zum Vorschein kommen zu
lassen, darzustellen und aufzunehmen. Eine Sprache getränkt von einer unmittelbaren
expressionistischen Ladung, äußerst geheimnisvoll, archaisch, "in der Lage, etwas
darzustellen und zu bedeuten, auf etwas zu verweisen und darauf anzuspielen". Die Künstlerin
ist sich dessen bewußt und vertraut der Farbe und ihrer inneren Gefühlskraft die Verkündung
einer ganz persönlichen Semantik, eines ganz besonderen Abenteuers der Sprache an, bei dem
die Grenze zwischen Wirklichkeit und Fantasie, zwischen Gefühlen und Rationalität nie
wirklich definiert wird.
Pino Bonanno
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| 2006 |
Artikel Saarbrücker Zeitung
Kunstwerke aus Fetzen und Netzen
Wie Manuela Rauber die Dinge findet und zusammenbringt Ausstellung in Püttlingen
Die Künstlerin Manuela Rauber arbeitet mit allen Arten von Netzen. Selbst aus dem Rhein
fischt sie sie. Nun stellt sie ihre Kunst auch im Unternehmerzentrum in Püttlingen aus.
Sie trägt altes Bauernleinen vom Flohmarkt nach Hause, sie malt auf grobes Leinen und auf
Jute. Sie mag das Glatte nicht und malt "wie es gerade so kommt und passt". Ein Fetzen
Fischernetz, beim Spaziergang am Rhein aus dem Wasser gezogen, gab Manuela Rauber den
Anstoß zur Serie "Netzwerk". Nach allen Seiten - vom Spinnennetz bis zum Internet -
spann sie die Idee weiter. Straßennetze ziehen sich über die Bildfläche, Blattadern und
Beziehungsgeflechte. Um die Verknüpfung geht es ihr, darum, "dass sie etwas zusammenhalten,
denn deshalb sind Netze wichtig".
Eine weitere Bilderserie im Unternehmerzentrum Püttlingen dreht sich um Ursymbole. Nach
allen Regeln der Kunst hat Manuela Rauber hier, wie der Ausstellungstitel "Schichtungen
Verdichtungen" andeutet, geschichtet und verdichtet. In bis zu 16 Schichten und mit Hilfe
ganz unterschiedlicher Techniken sind die Symbole gestaltet. Neben dem malerischen Element
fließt Druckgrafisches (Radierung, Siebdruck) ein.
Die Künstlerin aus Grügelborn bei St.Wendel, mit Grafikdesign-Studium in Trier, wandte sich
1996 der freien Kunst zu. Seit vier Jahren bewegt sie sich auf internationalem Parkett. Sie
stellte in Österreich und der Schweiz aus, wurde zur Biennale del Arte Contemporanea in
Florenz geladen. Sie sammelte rote Erde in der Toscana, brachte Hellgraue von den
bretonischen Äckern mit, sie mörserte, siebte, machte mit Malmittel Farbe daraus und führte
eines der sieben Symbole und zwar den Kreis, als neue Bilderserie fort.
von SZ Mitarbeiterin Beatrix Hoffmann
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| 2006 | Artmagazin futuro Nr.8
Maddalena Barletta - Eszter Budavàry - Ruth Helena Fischer - Georges Heim - Renate Humbel - Mary Anne Imhof - Salvatore Mainardi - Manuela Rauber - Olaf Stocker - Raija Weber
Galleria Communale "Il Paradisino" Modena
Kunst-Forum-International Meisterschwandenha organizzato, in collaborazione con la rivista d'arte italiana "Forum Artia" una interessante collettiva di artisti svizzeri, tedeschi e italiani che operano su 2 filoni dell'arte contemporanea: astratto-informale e figurazione surreale-metafisica.
Barletta Maddalena considera l'immagine come "un simbolo" di segrete realtà evocate da segni e simboli ancestrali che tracciono al percorso culturale di vari populi;
Budavàry Eszter punta tutto il suo stile astratto-informale sull'impasto materico: blù, rosso, giallo e verde, nelle varie gradazioni, che creano la magia della pittura;
ance la Fischer Ruth Helenarealizza le sue forme astratte con un segno inciviso e forti cromatismi che si fondono in una sintesi espressiva di notevole efficacia;
Heim Georges predilige grandi campiture astratte con colori primari corposi e figure materiche con volti anonimisenza occchi, forse per non vedere le brutalità del mondo contemporaneo;
Humbel Reante nella sua figurazione evidenzia i contorni con segni forti alla maniera dei "Fauves" e predilige l'espressionismo più che la forma;
Imhof Mary Anne ci presenta una pittura astratta grigiocupa con influssi surreali, dove il segno evidenzia la trama di un racconto in chiave concettuale;
Mainardi Salvatore rappresenta tutta la realtà interiore e la fenomenologia esistenziale dell'uomo in chiave metafisica-surreale, sia nella pittura come nella scultura (ceramica raku) di volti umani,
Rauber Manuela elabora ritmi di astrazione pura, che ricordano quelli di Dorazio e si rivolge non alla realtà oggettiva;
Stocker Olaf cerca di espremere, con la sua fantasia, i fantasmi del subconscio con accostamenti inconsueti di oggetti e figure tendenti ad una noova occulta significazione;
Weber Raija con la sua figurazione fantastica, esprime uno stato d'animo gioioso, attraverso la tradizione allegorica orientale;
Wobst Ulla segue la corrente surreale, ma anche metafisica, che apprezziamo maggiormente, quando rappresenta il senso del vuoto, accentuato da singolari strutturazioni prospettiche, da cui questo vuoto scaturisce, in un'atmosfera densa di ambiguità e di mistero.
Fabio Tedeschi
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| 2005 | Artikel Saarbrücker Zeitung
Kreatives Engagement - Manuela Rauber stellt im Homburger Forum aus
Zurzeit ist unter dem Titel "Symbol" in der Galerie im Homburger Forum eine Ausstellung der Künstlerin und Kommunikationsdesignerin Manuela Rauber zu sehen. Ihre Arbeiten gehören zum Teil zu einem Zyklus von Bildern, die im Rahmen der Aktion "Rettet die Schlosskirche" entstanden sind.
"Das macht aus einer Anzahl von Bildern, einer Zusammenstellung, einer Ausstellung auch eine Aussage: Ihr als Betrachter seid mir nicht egal. Die Welt ist wie sie ist und so ist sie wichtig. Und so sind wir Menschen uns Menschen wichtig.
Ein Glücksfall dazu, dass Manuela Rauber nicht nur mit Emphase arbeitet, mit Zuneigung sogar zu ihrem Publikum , sondern auch noch so gut." Mit diesen Worten skizzierte Galerist Mathias Beck eine Ausstellung, die unter dem Titel"Symbol" zur Zeit in der Galerie im Forum zu sehen ist. Künstlerin hinter den Arbeiten ist die aus Freisen stammende Manuela Rauber. Sie wurde 1959 im St.Wendeler Land geboren, studierte von 1977 bis 1982 Visuelle Kommunikation an der FH Trier und schloss mit Diplom als Kommunikationsdesignerin ab.
Häufig kann man beobachten, dass es gerade für Grafik- und Kommunikationsdesigner sehr schwer ist, in der Freien Kunst ihre eigene formale Position zu finden. Dies liegt wohl daran, dass die Zweckbindung kreativer künstlerischer Leistungen auch zu einem Korsett werden kann, aus dem schwer herauszukommen ist. Der leichte Strich in der Werbung kann sich bleischwer auf die künstlerische Handschrift legen. Im unglücklichsten Fall wird dann ein Bild, das frei gemeint ist, doch immer wieder nur zur Illustration oder zur Werbegrafik.
Sicherlich gibt es aber auch ganz unterschiedliche Methoden, diesen Spagat gelingen zu lassen und ausgezeichnete Leistungen als Grafikdesigner wie auch als bildender Künstler zu erbringen. Eine Möglichkeit ist die Lust am Experiment, das freie Schweifen und Forschen nach Themen und Techniken, die entdeckt, erfunden und dann sukzessive erarbeitet werden.
Manuela Rauber sei ein gutes Beispiel dafür, dass diese Methode, mühsam wie sie sei, funktioniere, so Mathias Beck, der vor über 50 Gästen die Laudatio hielt. Ihre Arbeiten gehören zum Teil zu einem Zyklus von Bildern, die im Rahmen der Aktion "rettet die Schlosskirche" entstanden sind. Eine der Arbeiten wird als Edition für den Erhalt der Schlosskirche in Blieskastel verkauft. Die ausgestellten Bilder zeigen deshalb Symbole, die an der barocken Kirche von der Künstlerin entdeckt und dann weiterverarbeitet wurden.
Kunst von heute für die Kunst von gestern - auf diesen Aspekt ging Landrat Clemens Lindemann bei der Vernissage ein. Er zollte der Künstlerin großen Respekt für ihre Kreativität und ihr Engagement für die Schlosskirche in Blieskastel.
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| 2005 | Ausstellungskritik Rheinpfalz
Frauensachen und befremdliche Ausflüge in die Wirklichkeit
Wir leben in einer Welt des schönen Scheins. Jedenfalls, wenn man der allgegenwärtigen Werbung Glauben schenkt, deren Macht sich kaum jemand wirklich entziehen kann. Zwei Künstlerinnen haben es sich zur Aufgabe gemacht, die optischen Illusionen unseres Lebens aufzudecken und durch wirklichkeitsnähere, wenn auch weit befremdlichere Ansichten zu ersetzen. Manuela Rauber verwendet hierzu Leinwand und Papier, Hannelore Seifert Keramik, aus der sie ihre Skulpturen formt. Beide stellen derzeit ihre Werke in der Homburger Galerie Beck vor.
"Netzwerke, Erdfarben und Frauensachen" hat Manuela Rauber ihre drei höchst unterschiedlichen Werkzyklen überschrieben. Die Idee zur ersten Arbeitsserie entstand durch einen Zufallsfund am Rheinufer, wo ein im Wasser treibendes Netz mit morbider Ästhetik die Aufmerksamkeit der 1959 in St.Wendel geborenen Künstlerin auf sich zog. Aus der Idee des Netzes entstanden Liniengeflechte, die sich durch farbige Areale schlängeln. Sie sind Symbol für die vielfältigen Funktionen, die Netzwerke im Menschen und anderswo in der Natur übernehmen. Die Künstlerin entwickelt komplexe Abbildungen des Nervengeflechts, des Gedankennetzes, alles sichtbar über die Netzhaut. Fein strukturiert, im ersten Moment verwirrend, doch dann wird die Logik erkennbar.
Ganz anders die Erdfarbenmalereien. Zu ihrer Herstellung bedurfte es aufwendiger Vorbereitungen. Zuerst wurde Erde gesammelt, in der näheren Umgebung und an diversen Urlaubsorten. Die Erdpigmente vermischt mit Kreide, Holzkohle und als einzige Ausnahme ein gekauftes Pigment Ultramarin, als Bindemittel: Ei, Tylose, Kasein, Acrylbinder oder Leinöl. "das Zerteilen, Mörsern, Sieben und Einschlämmen der Erden vermittelt einen sehr direkten Bezug zu den Farben - man kann sie greifen und begreifen", kommentiert Manuela Rauber ihre Arbeitsweise. Daraus entstehen auf der Leinwand kraftvolle Flächenkompositionen, die eine bemerkenswert filigrane Erzählweise aufweisen.
Am Ende die "Frauensachen", die tatsächlich in plakativ scheinender Manier, Silhouetten unbekleideter weiblicher Körper präsentieren. Zunächst arbeitet die Künstlerin ihre Bilder als experimentellen Siebdruck, um dann jedem Bild durch gezielten Farbauftrag eine malerische Individualität zu verleihen.
Ebenfalls aus dem Saarland stammt Hannelore Seifert. Trotz aller formalen Unterschiede bringt der Vergleich der beiden Künstlerinnen erstaunliche Parallelen zutage. Denn auch hier geht es um eine andere Sicht der Realität, welche die Dominanz der Natur über menschliche Handwerkskunst beleuchtet.
Die Schiffweiler Künstlerin bearbeitet Ton und formt ihn zu ebenso harmonisch wie organisch scheinenden Formen. Da gibt es schlichte, kühn geschwungene Objekte und verspielte Skulpturen, strahlendes Weiß ebenso wie erdfarbene Strukturen. Insgesamt 25 Arbeiten der gebürtigen Darmstädterin präsentieren sich in den Galerieräumen. "Die Ausstellung", so Kurator Mathias Beck, "zeigt fünf Werksansätze und im Mittelpunkt eine aus 27 Teilen bestehende Boden- respektive Wand-Installation". Das Besondere an diesen Arbeiten ist "der formale Ansatz, weg von Figur und Gegenstand zur bildhauerischen Form zu kommen", erläutert der Galerist. Diesen Ansatz greift auch bewußt der Titel der Ausstellung "Zu mir hin" auf, der laut Beck darauf verweist, "dass die Form der Künstlerin entgegenkommt in dem Sinne, dass sie nicht danach suchen muß".
Stefan Folz
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| 2005 | Artikel VIPs St.Wendel
"Netzwerke, Erdfarben und Frauensachen"
Die Freisener Künstlerin Manuela Rauber stellt in der galerie m beck aus
Unter dem Titel "Netzwerke, Erdfarben und Frauensachen" präsentiert die galerie m beck zur Zeit Malerei und Grafik von Manuela Rauber. Auf zwei Raumebenen vermitteln rund 25 Arbeiten dabei neben der verblüffend vielseitigen Werksprache der Freisener Künstlerin zugleich äußerst ungewöhnliche Interpretationen des Spannungspaares Frau – Natur. Diesem Ansatz folgt auch die räumliche Inszenierung von Manuela Raubers Werken: Während im Galeriefoyer dem Leitmotiv "Erdfarben und Netzwerke" folgende Gemälde zu sehen sind, werden unter dem Titel "Frauensachen" in der Zwischenetage Druckgrafiken gezeigt.
"Die Serie der Netzwerke", so Rauber, "begann mit dem Fund eines am Rheinufer dümpelnden Netzes, reichlich morbide und somit formal hochinteressant". In der Folge entstanden aus und mit diesem Netz 3 Arbeiten, die, wie sie sagt, "vom Menschen hergestellte funktionale Netze – Tragenetz, Schutznetz, Fangnetz – in den Mittelpunkt rückten". Diese funktionalen Netze zurückverfolgend, fand die 1959 im Sankt Wendeler Land geborene Künstlerin darüber hinaus "Netze der Natur", formale und abstrakte Adern, die nicht zuletzt "im Menschen angelegt sind". Dieser Gedanke eines universellen Flechtwerks als feinstoffliche Verbindung zwischen Innen- und Außenwelt findet sich in Form linearer Verbindungen nun auch in den farb- und strukturbetonten Netzwerk-Gemälden Manuela Raubers wieder.
Farb- und strukturbetont auf andere Weise sind dagegen ihre als "Teststrecke" angelegten Erdfarben-Malereien. Das besondere an diesen Arbeiten ist, dass die Künstlerin hierzu Erdpigmente, Kreide und Holzkohle in verschiedenen Ländern sammelt, mittels eines Mörsers zerteilt und dann mit Bindemitteln zu – im wahrsten Sinne – natürlichen Farbtönen verarbeitet. Das Zerteilen, Mörsern, Sieben und Einschlämmen der Erden gibt Manuela Rauber hierbei nicht nur einen sehr direkten Bezug zu ihren Farben, sondern gehört für sie gleichsam zum Werkprozess ihrer "Erdklänge und –spuren" mit ihrer reduziert-sanften Tönung und ihren organisch strukturierten Oberflächen.
Farblich und konzeptionell ganz anders präsentieren sich hierzu ihre "Frauensachen" betitelten, experimentellen Siebdrucke. Auf den ersten Blick bewusst plakativ wirkend, erschließen sie ihre feinen Details und – inhaltlichen wie formalen – Schichten erst bei näherer Betrachtung. Durch individuelle Unter- und Übermalung verleiht sie ihren Drucken zudem den Charakter von multiplen Unikaten, sind dementsprechend - im Gegensatz zum professionellen Siebdruck – sich verändernde Farben, Irisdruck, offene Druckstellen und manuelles Nachbearbeiten bewusste Bestandteile dieserGrafiken.
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| 2005 | Einführungsrede zur Ausstellung Netzwerke, Erdfarben und Frauensachen
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
Manuela Rauber ist 1959 im St Wendeler Land geboren. Sie studierte von 1977 – 1982 Visuelle Kommunikation an der FH Trier und schloß mit Diplom als Kommunikationsdesignerin ab. Sie lebt in Freisen.
Häufig kann man beobachten, dass es gerade für Grafik- oder Kommunikationsdesigner sehr schwer ist, in der Freien Kunst ihre eigene formale Position zu finden. Dies liegt wohl daran, dass die Zweckbindung kreativer künstlerischer Leistungen auch zu einem Korsett werden kann, aus dem schwer herauszukommen ist.
Der leichte Strich in der Werbung kann sich bleischwer auf die künstlerische Handschrift legen. Im unglücklichsten Fall wird dann ein Bild, das frei gemeint ist, doch immer wieder nur zur Illustration oder zur Werbegrafik.
Sicherlich gibt es aber auch ganz unterschiedliche Methoden, diesen Spagat gelingen zu lassen, und ausgezeichnete Leistungen als Grafikdesigner wie auch als Bildender Künstler zu erbringen.
Eine Möglichkeit ist zB die Lust am Experiment, das freie Schweifen und Forschen nach Themen und Techniken, die entdeckt und erfunden und dann sukzessive erarbeitet werden.
Und Sie, Manuela Rauber, sind ein gutes Beispiel dafür, dass diese Methode, mühsam wie sie ist, funktioniert.
Unsere Ausstellung zeigt drei Werkgruppen, an denen Manuela Rauber in den letzten beiden Jahren wechselweise gearbeitet hat.
Netzwerke – als Idee entstanden mit einem Fund am Rheinufer, ein dümpelndes Netz, das Manuela Rauber nicht nur zum Anlass nahm, über Netzwerke als System mit einer gewissen Körperlichkeit nachzudenken, sondern auch in die ersten Arbeiten collagierte.
Eine Reihe von Bildern zeigt jeweils die bildhafte Umsetzung. Das bezeichnete Netzwerk wird zum Typus und damit gleichzeitig unsere Haltung dazu in den Vordergrund gestellt.
Das Bild „Soziales Netzwerk“ gibt uns scheinbar eine bildnerische Beschreibung, wie sich Manuela Rauber dieses vorstellt. Tatsächlich aber entsteht ja ein Widerspruch zwischen dem, was wir sehen (sollen), und dem was wir denken. Heimliches Thema ist dann nicht mehr der Bildgegenstand, sondern, ob und wie sehr wir Manuela Rauber inhaltlich folgen wollen.
Erdfarben, der zweite Zyklus, bezieht sich als Thementitel auf das verwandte Malmaterial.
Manuela Rauber beschreibt es selbst: „Die Farben: Erden, gesammelt in der näheren Umgebung und an diversen Urlaubsorten, Erdpigmente, Kreide, Holzkohle und als einzige Ausnahme ein gekauftes Pigment Ultramarin. Die Bindemittel: Ei, Tylose, Kasein, Acrylbinder und Leinöl. Das Zerteilen, Mörsern, Sieben und Einschlämmen der Erden vermittelt einen sehr direkten Bezug zu den Farben - man kann sie greifen und begreifen. Spätestens beim Einschlämmen kommt ein Déja-vu-Gefühl auf.
Wer als Kind gern im "Schlamm" gespielt hat, kann es nachfühlen, sich einfach wohl fühlen.“
Integraler Bestandteil dieser Ausstellung sind dann auch die drei Puzzles, die auf dem Tisch liegen. Wir haben überlegt, ob wir Ihnen Mut zusprechen und Sie auffordern sollten, an der Wand selbst tätig zu werden, und die Leinwände in die von Ihnen bevorzugte Reihenfolge umzuhängen. Das Puzzle ist, denke ich, ein gelungener guter Ersatz. Leichter spielbar ist es allemal.
In der Arbeit „Die kleinen Dinge“ hat Manuela Rauber Alltagsgegenstände zum Motiv genommen. Ein Ansatz, den die PopArt erfunden hat. Alltägliches aus der (damals gesellschaftlichen) Wirklichkeit herauszunehmen, in einen neuen Zusammenhang zu stellen, und damit Gegenstand, aber auch Gesellschaft zu hinterfragen und zu attackieren.
Hier ist es aber eher das Fokussieren auf die kleinen Dinge, der Gedanke, die Frage, was unsere Welt wohl „im Innersten zusammenhält“... (Goethe)
Frauenstücke
Manuela Rauber ist eine vorzügliche Grafikerin, und ich behaupte, dass auch Ihre Malerei in der Auffassung der Bildstruktur grafisch gesehen ist. So zB beim Gegenüberstellen von Hell-Dunkel-Kontrasten oder bei der heimlichen Strukturierung der Bilder durch Linien.
Wir haben uns deshalb auch beim Planen der Ausstellung darauf vereinbart, als dritten Bereich – und in einem eigenen Raum Grafik zu zeigen.
Dem ganzen Zyklus ist unterlegt wie ein Wasserzeichen das uralte Kommunikationsmodell von Sender und Empfänger, das bei einer Arbeit ja auch Bildmotiv geworden ist. Dies bedeutet, dass es immer um Paare, also um Beziehungen geht. Selbst das erste Motiv ist grafisch durch die Kreise so angelegt, dass man als Betrachter quasi Mitbestandteil des Bildes wird, einbezogen, beteiligt.
Und das ist auch die Grundlage für alle Arbeiten, die ich von Manuela Rauber kenne, nämlich der instinktive Ansatz auf uns als Betrachter. Uns zur Partei machen, ins Bild mit hinein nehmen, uns beteiligt machen.
Und, meine sehr verehrten Damen und Herren, das macht aus einer Anzahl von Bildern, einer Zusammenstellung, einer Ausstellung auch eine Aussage: Ihr als Betrachter seid mir nicht egal. Die Welt ist wie sie ist, und so ist sie wichtig. Und so sind wir Menschen uns Menschen wichtig.
Ein Glücksfall dazu, dass Manuela Rauber nicht nur mit Emphatie arbeitet, mit Zuneigung sogar zu Ihrem Publikum, sondern auch noch so gut.
Mathias Beck | März 2005
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